Willkommen auf der Website der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko
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Die Deutsche Menschenrechtskoordination hat sich am 15. Mai an einer Mahnwache vor dem Landgericht in Stuttgart beteiligt. Wir wollen damit die internationale Dimension des Prozesses gegen sechs ehemalige Angestellte des Rüstungskonzerns „Heckler & Koch“ aufzeigen.

Mit der Verlesung des Briefes der Eltern der 43 Studenten machen wir deutlich: Die Frage, wie deutsche Waffen nach Guerrero gelangen konnten und ihre Söhne damit angegriffen wurden, muss aufgeklärt werden. Die Eltern fordern, dass ihre Söhne endlich gefunden werden.

Die Erwartungen an den Stuttgarter Prozess sind hoch: Sie erhoffen sich Rückhalt für ihre Forderung nach lückenloser Aufklärung des Falles Ayotzinapa.

Wir unterstützen dieses Anliegen! Angesichts des Prozesses ist die Bundesregierung in der Pflicht, stärken politischen Druck auf Mexiko auszuüben, um die Fälle der über 35.000 Verschwundenen aufzuklären.

Prozessbegleitende Veranstaltungen sind für den 11. Juni und 26. September in Stuttgart geplant.

  Foto: Ohne Rüstung Leben

Brief der Eltern der 43 Studenten zum Prozessauftakt gegen HK in Deutschland:

Nach über 43 Monaten der schrecklichen Ereignisse in Iguala, Guerrero, fordern wir – die Familienangehörigen der 43 Studenten der Universität Ayotzinapa und ihre Kommilitonen - immer noch Gerechtigkeit.

In der Nacht vom 26. September 2014 wurden 43 unserer Söhne im Zusammenwirken der örtlichen Polizei mit der Organisierten Kriminalität verschleppt, 6 Menschen wurden während der Auseinandersetzungen getötet und weitere 40 Personen schwer verletzt.

2 von ihnen leiden noch immer unter den Folgen der damaligen Übergriffe. Einer von ihnen liegt nach wie vor im Koma.

Die mexikanische Regierung gibt uns nach wie vor keine Antwort auf unsere Fragen, ermittelt nicht gegen alle Verantwortlichen und sagt uns nicht, was in der Nacht tatsächlich geschah und wo unsere Söhne sind.

Es sind nun schon fast vier Jahre seit dieser tragischen Nacht vergangen, in der eine große Polizeioperation gegen unsere Söhne durchgeführt wurde, die in Bussen unterwegs waren, um an einer Demonstration in Mexiko-Stadt teilzunehmen.

Sie waren nicht bewaffnet und waren einer übermächtigen Polizeieinsatz ausgesetzt.

Die Polizei schoss mit Waffen auf sie, die aus Deutschland stammten. Waffen der Firma Heckler und Koch, die sie nicht hätten bekommen dürfen. Waffen, die nicht nach Guerrero hätten geliefert werden dürfen, denn man wusste, dass die dortige Polizei korrupt ist.

Doch die Waffen wurden geliefert und gegen unsere Söhne eingesetzt.

Heute, am Tag des Prozessbeginns gegen die Firma Heckler & Koch, die ihre Waffen nach Mexiko geschickt hat, wollen wir – die Familien von Ayotzinapa, die Familien der 43 Studenten, die verschwunden gelassen wurden, und die Familienangehörigen der Verletzten und der Toten, dass gegen alle Verantwortlichen ermittelt wird, die erlaubten, dass Waffen der Firma Heckler & Koch in den Bundesstaat Guerrero gelangten.

Aus den Ermittlungsakten in unserem Fall wissen wir, dass diese Waffen von der Polizei im Bundesstaat Guerrero benutzt wurden, ebenso wie von der Polizei in Iguala, in Huitzuco und vom Militär vor Ort.

Aber in Mexiko wurde nicht ermittelt, wie sie nach Guerrero gelangten und warum die Sicherheitskräfte mit diesen Waffen ausgestattet wurden.

Leider wird in Mexiko die Rolle des Militärs nicht untersucht. Das Militär kaufte die Waffen und entschied, wo sie hingeschickt wurden.

Hier in Mexiko ist es in Fällen wie diesem so, als ob nichts geschehen wäre. Sie wollen, dass man alles vergisst. Wir sollen es „überwinden“.

Deshalb bitten wir alle Menschen, die uns hören, dass sie uns – die Familien von Ayotzinapa – nicht vergessen!

Wir suchen nach wie vor Wahrheit und Gerechtigkeit.

Wir sagen dem Gericht in Deutschland, dass es untersuchen soll, warum diese Waffen nach Mexiko gelangten. Sie hätten nicht hierher geliefert werden dürfen, und sie hätten nicht gegen unsere Söhne eingesetzt werden dürfen.

Mit ihrem Einsatz wurden Gesetze gebrochen und unsere Rechte verletzt.

Die Schuldigen müssen zur Verantwortung gezogen werden, und es muss garantiert werden, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

Zeigen Sie der mexikanischen Regierung, dass Menschen ohne Macht, ohne Geld und ohne hohe Bildung Gerechtigkeit widerfährt.

Zeigen Sie in Deutschland, dass es möglich ist, dass im Unterschied zu Mexiko gerade auch benachteiligte Menschen Gerechtigkeit erfahren können.

Unsere Botschaft nach Deutschland ist, dass wir nicht wollen, dass weitere Waffen in die Hände von betrügerischen Polizisten gelangen, Polizisten, die verantwortlich sind für schwere Menschenrechtsverletzungen.

Wir wollen nicht, dass um Geld zu verdienen, weiter Geschäfte auf Kosten des Lebens anderer Menschen gemacht werden. Wir wollen keine weiteren Waffen, die dazu benutzt werden, um auf Studenten zu schießen.

Wir werden weiter unsere Söhne suchen und fordern, dass alle Verantwortlichen ermittelt und vor Gericht gestellt werden. Darin beziehen wir diejenigen mit ein, die für die Waffenlieferungen nach Guerrero verantwortlich sind.

Wir danken allen, die uns in diesem Kampf um Gerechtigkeit unterstützen.

Die Mütter und Väter von Ayotzinapa

 

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Aktuelles

  • Einladung zur Mahnwache: Urteilsverkündung im Heckler & Koch-Prozess in Stuttgart

    Wann? 21. Februar 2019, 8:30 - 9:15 Uhr

    Wo? Vor dem Landgericht, Olgastraße 2, 70182 Stuttgart

    Für den 21. Februar 2019 ist die Urteilsverkündung im Prozess gegen Heckler & Koch-Verantwortliche wegen illegaler Exporte von G36-Sturmgewehren nach Mexiko angesetzt. Wir laden ein zum stillen Gedenken an die Opfer der skrupellosen Geschäftspraxis von Heckler & Koch sowie skandalösen Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung.

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  • SAVE-THE-DATE 

    Internationale Mexiko-Tagung am 28. und 29. März 2019 in Berlin

    "Hoffnung für die Menschenrechte in Mexiko? Erwartungen an die neue Regierung López Obrador"

    Mexiko hat seit dem 1. Dezember 2018 eine neue Regierung unter Präsident Andrés Manuel López Obrador. Die Erwartungen sind groß: Neben dem Rückgang der Armut und der Gewalt erwarten die zivilgesellschaftlichen Organisationen strukturelle Reformen, damit Menschenrechtsverletzungen, Straflosigkeit und Korruption wirksam bekämpft werden können.

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  • Einladung zum Podiumsgepräch am Mittwoch, 26. September 2018, 19:00 Uhr im Hospitalhof, Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart

    »Ayotzinapa vive, la lucha sigue!«

    Über die Folgen deutscher Waffenexporte nach Mexiko

    In der Nacht vom 26. auf den 27. September 2014 griffen Polizeikräfte und weitere bewaffnete Gruppen in Iguala im mexikanischen Bundesstaat Guerrero einen Bus an, in dem Lehramtsstudenten der pädagogischen Hochschule Ayotzinapa unterwegs waren.

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